Prolog I – Die Verschwundenen

08 Sep Prolog I – Die Verschwundenen

Seit dem Verschwinden des Großmagiers Garomir Mi Talori waren schon mehr als 10 Jahre vergangen. Je mehr Zeit verstrich und Menschen verschwanden, desto mehr verhärteten sich die Fronten.

Es gab jene, die den Großmagier als einen exzentrischen alten Kautz in Erinnerung hielten, dem aber das Wohl der Universität für Magisches Wissen und das des Bundes der Serenzalischen Großvölker stets am Herzen lagen. Sie zweifelten nicht an seiner Unschuld und sahen in ihm das Opfer hinterlistiger Intrigen. Für sie war sein Verschwinden notwendig, für seine eigene Sicherheit, damit er im Verborgenen weiterhin für das Wohl aller arbeiten konnte. Sie zweifelten nicht daran, dass er eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages wieder an die Spitze der Universität treten und seinen Ruf wiederherstellen würde.

Dann gab es die anderen, die Garomir die Schuld an den Konflikten gaben, sowohl die großen und kleinen Streitereien innerhalb des Bundes der Großvölker, als auch die Reibereien mit den wenigen geringeren Nachbarländern, die aber wegen ihrer geringen Gebietsansprüche und Streitmächte nun wirklich keine allzu großen Bedeutungen innerhalb des Bundes hatten. Diese zweite Gruppe war überzeugt, dass der Großmagier seinen großen Einfluss an der Universität missbrauchte, um an verbotenes und längst zurecht vergessenes Wissen zu gelangen, umso seine bereits nicht geringe Macht noch mehr verstärkten. Zu dieser Gruppe gehörten auch die Wächter des Gerechten. So nah waren die Wächter dem Großmagier schon auf den Fersen, dass sie sich schon freuten, seinen feinen Roben in den dunklen Magierkellern, einem Gefängnis speziell für fehlgeleitete Magier, verrotten zu sehen. Der Großmagier aber entfloh auf wahrlich magische Weisen und schien seitdem komplett verschwunden zu sein.

Die Wächter suchten alle Ecken des Bundes und sogar der Nachbarländer ab, fanden jedoch keine Spur, außer die graulichen Geschehnisse, die immer mehr Menschen verschwinden ließen, meist jene, die gutes Magiepotential besaßen. Die Lenker des Bundes spielten alles unwichtig, in den Großvölkern herrschten aber Angst. Vor den Intrigen, vor dem Großmagier, aber vorallem vor dem Verschwinden, denn die Verschwundenen tauchten niemals wieder auf.

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